Dezember 2025
Lieferkettensorgfaltspflicht und Nachhaltigkeitsberichterstattung
Einfacher, aber wirksamer
Vorschlag zur Richtungskorrektur des »Omnibus« zum Green Deal der EU
Die Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung macht einen Vorschlag, wie aus dem aktuellen »Omnibus-Dilemma« ein Ausweg gefunden werden kann.
Dilemma: Der Omnibus fährt derzeit einfach nur rückwärts, ohne Vision und Sinn; bisheriger Vorwärtsgang: die verschiedenen Instrumente des Green Deals sind zu umfangreich und zugleich wenig wirksam.
Die drei zur Überarbeitung anstehenden Kerninstrumente des Green Deals – Taxonomie, Nachhaltigkeitsberichterstattung und Lieferketten-Sorgfaltspflichten – könnten zu einem schlanken, aber wirksameren Instrument integriert werden, das auf breite Akzeptanz in der Unternehmerschaft stößt.
Die Gemeinwohl-Ökonomie lebt vor, dass diese Integration möglich ist und von 1.400 Unternehmen und anderen Organisationen freiwillig angewendet wird.
- Die Gemeinwohl-Bilanz ist eines der ambitioniertesten Nachhaltigkeitsberichts-Tools mit quantitativer Ergebnisbewertung (in Gemeinwohl-Punkten), das positive und negative Anreize für gute und schwache Nachhaltigkeits-Performances ermöglicht.
- Die Lieferkette ist in der A-Zeile, der ersten von fünf Stakeholder-Zeilen der Gemeinwohl-Matrix, umfassend enthalten, mit den Themen Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit sowie Transparenz und Mitentscheidung in der Lieferkette.
- Die Taxonomie ist annähernd in E1 und der doppelten Sinn-Orientierung der Gemeinwohl-Bilanz enthalten, die sowohl die Sinnhaftigkeit der Produkte und Dienstleistungen der anwendenden Unternehmen abfragt und bewertet als auch deren soziale und ökologische (Neben-)Wirkungen.
1.400 GWÖ-Pionier-Organisationen berichten bereits heute über ihre Lieferketten – freiwillig und ohne Gesetz.
SONNENTOR, AT – Florian Krautzer, CSR-Teamleiter und Wertehüter
»Unser Ziel ist ein gutes Leben für alle – entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Wir übernehmen Verantwortung: für faire Arbeitsbedingungen, für partnerschaftliche Zusammenarbeit und für den achtsamen Umgang mit Mensch und Natur. Der Code of Conduct – also unser ausgearbeiteter Verhaltenskodex – ist die Basis dafür.«
followfood, DE – Julius Palm, stellvertretender Geschäftsführer und Head of Strategy & Brand von, sowie Vorstand im Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft.
»Mit unserer Gemeinwohl-Bilanz wollen wir zeigen, dass Nachhaltigkeit und Transparenz zentral für ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell sind. Das Fatale an der Omnibus-Entscheidung ist, dass sie keineswegs die Meinung der Mehrheit der Unternehmen abbildet. Ein Großteil hat sich dem Thema bereits intensiv angenommen und wird nun durch ein abgeschwächtes Gesetz bestraft. Entgegen dem öffentlichen Diskurs ging es in der Wirtschaft immer um die Frage wie, und nicht ob. Es wäre kein Bürokratiewahn, sondern würde unseren EU-Binnenmarkt widerstandsfähig und unsere Geschäftsmodelle zukunftsfähig gestalten.«
Gemeinwohl-Ökonomie, AT – Sabine Lehner, Sprecherin für Österreich
»Die Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung und ihre Pioniere fordern, dass diese Praxis stärker sichtbar gemacht und belohnt wird. Wenn das Instrument zunächst freiwillig bleibt, gute Leistungen aber belohnt werden, in der öffentlichen Beschaffung, in der Wirtschaftsförderung, in der Finanzierung und beim Marktzugang, dann wird dieses Instrument rasch auf breite Akzeptanz stoßen und kann sukzessive zur Reife gebracht werden. Die allgemeine Verbindlichkeit steht am Ende des Prozesses, dann jedoch auf Basis eines schlanken, wirksamen und bereits akzeptierten Instruments.«
